Gemeinden
am Bodensee: Gaienhofen
Als Geheimtipp für den Urlaub am Bodensee
gilt die Gemeinde Gaienhofen im baden-württembergischen Landkreis Konstanz.
Die Ortschaft liegt auf der Ost- und Südseite der Halbinsel Höri gegenüber
der Insel Reichenau und des Schweizer Ortes Steckborn. Die Halbinsel Höri
lockt ihre Besucher mit romantischen Buchten, schilfbewachsenen Uferstreifen
und bunten Obst- und Gemüsegärten. Die Wälder des Schienerbergs und die
Landschafts- und Naturschutzgebiete rund um Gaienhofen laden zu
Spaziergängen, Wanderungen und zum Radfahren ein.
Möglicherweise war es die malerische
Landschaft, die viele Künstler immer wieder auf die Halbinsel Höri zogen.
Allein in Gaienhofen fanden zwei Größen der deutschen und schweizerischen
Kulturgeschichte eine Heimstätte. Der Dichter Hermann Hesse lebte 7 Jahre im
Ort, und ihm zu Ehren finden jedes Jahr im September in Gaienhofen die
Hermann-Hesse-Tage statt. Im ehemaligen Schul- und Rathaus wurde das
Hermann-Hesse-Höri-Museum eingerichtet. Es besteht aus zwei Gebäuden in der
Nähe der Mauritiuskapelle. Eines der Gebäude ist ein 1783 erbautes
Bauernhaus, in dem sich Hermann Hesse 1904 eingemietet hatte. Seine Räume
sind originalgetreu eingerichtet und können besichtigt werden. In einem
Nebengebäude finden Wechselausstellungen über Leben und Werk Hermann Hesses
statt. Im zweiten Gebäude des Hermann-Hesse-Höri-Museums befindet sich eine
Sammlung von Künstlern, die auf Höri gearbeitet und gelebt haben. Darüber
hinaus kann man sich über die für die Bodenseeregion typischen Pfahlbauen
informieren. Im benachbarten Erlenloh ließ sich Hermann Hesse 1907 ein
eigenes Haus bauen, in dem er bis 1912 wohnte. Angegliedert ist ein von
Hesse und seiner Frau selbst gestalteter Garten. Das Haus wurde 2005
aufwändig restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Obwohl es sich in
Privatbesitz befindet, kann es auf Anfrage besichtigt werden.
Auch den berühmten Maler Otto Dix zog es
nach Gaienhofen. Nachdem er 1933 seine Professorenstelle an der Dresdner
Kunstakademie aufgeben musste, zog er sich auf die Bodenseehalbinsel Höri
zurück. In Hemmenhofen ließ er sich 1936 ein Anwesen bauen, wo er bis zu
seinem Tod lebte und arbeitet. Heute ist dort ein Museum untergebracht, das
sich dem Leben und Werk von Otto Dix widmet.
Auch im Ortsbild von Gaienhofen sind Hesse
und Dix permanent präsent. Ein von Peter Lenk gestalteter Brunnen greift
Figuren aus dem Großstadt-Triptychon von Otto Dix auf, und dem Dichter
Hermann Hesse ist eine Statue von dem Bildhauer Friedhelm Zilly gewidmet.
Und auch die aktuelle Kunst ist in Gaienhofen in Form von zahlreichen
privaten Ateliers vertreten. Wer vom See aus Gaienhofen und seine Umgebung
entdecken will, sollte mit der Hörni-Fähre die Stationen Berlingen und
Steckborn auf der Hörni-Halbinsel abfahren.