Felsengarten Sanspareil
Es war
die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth die den Felsengarten 1744 in Wonsees,
in der Nähe von Kulmbach anlegen ließ. Ihre Inspiration bekam die Schwester
Friedrichs des Großen durch die Reisen des Telemach auf der Suche nach
seinem Vater Odysseus, eine Geschichte aus der griechischen Mythologie.
Streng genommen ist der Felsengarten von Sanspareil ein Vorgänger des
klassischen Landschaftsgartens. Mit dem Entwurf beauftragte die Gräfin die
damals sehr populären Gartenarchitekten Joseph Saint-Pierre und Giovanni
Battista Pedrozzi. Besonders Pedrozzi hatte in der Toskana schon ähnliche
barocke Gartenanlagen geplant und gebaut, aber einen Felsengarten wie ihn
sich die Gräfin vorstellte, war für ihn eine Herausforderung.
Eine ihrer Hofdamen verdankt der Garten seinen Namen. Als sie die
merkwürdigen Felsformationen sah rief sie:" C'est sans pareil!". Dies ist
ohnegleichen.
Der Felsengarten von Sanspareil ist tatsächlich einzigartig in Deutschland,
nur in er Schweiz gibt es noch einen vergleichbaren Felsengarten.
Das 13 Hektar große Gelände kann auf einem Rundweg besichtigt werden. Die
bekanntesten Formationen sind das Felsentheater, in dem alljährlich im
Sommer noch Aufführungen des Bayreuther Theaters stattfinden und das
morgenländische Schlösschen. Das Schlösschen, das zwischen 1746 und 1747
erbaut wurde, war ursprünglich mit Bergkristallen und bunten Steinen reich
verziert und kostbar eingerichtet. Die Einrichtung kann noch heute bewundert
werden.
Leider sind viele der ungewöhnlichen Felsformationen im Laufe der Jahre
zerfallen, aber einige sind immer noch gut erhalten. So zum Beispiel der
Zschokkefelsen, der einer Sanduhr ähnelt.
Vom morgenländischen Schlösschen aus bietet sich ein sehr schöner Blick auf
die Burg Zwernitz.
Der Felsengarten von Sanspareil ist ganzjährig geöffnet und die Besichtigung
ist kostenlos.
Bild: Andreas Praefcke