Sehenswürdigkeiten
in Nürnberg: Das Dokumentationszentrum
Das
Dokumentationszentrum Nürnberg vermittelt dem interessierten
Besucher einen der besten Einblicke in die Geschichte des
Nationalsozialismus in der nordbayerischen Stadt. Der Ort der
Geschichte wurde auf dem Reichsparteitaggelände errichtet und
präsentiert heute eine Dauerausstellung zur Katastrophe des
Naziregimes.
Das Besondere dabei ist vor allem, dass der Besucher alles an der
Stelle im Südosten Nürnbergs erfährt, an dem von 1933 bis 1938 die
großen Versammlungen der Nationalsozialisten abgehalten wurden.
Albert Speer, Hitlers Lieblingsarchitekt war für den Gesamtentwurf
über eine Fläche von 11 km² verantwortlich und hatte eine wahrlich
monumentale Stätte ganz nach dem Geschmack Hitlers entworfen. Alles
sollte darauf hinweisen, dass die Nazis eine neue Welt nach ihren
Maßstäben erschaffen würden. Die Versammlungen in Nürnberg wurden
begleitet von Aufmärschen und Militärparaden entlang der Großen
Straße. Hitler ließ sogar von der Regisseurin Leni Riefenstahl einen
Film über den Reichsparteitag drehen, der das Regime verherrlichte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich auf dem
Reichsparteitaggelände zunächst die Soldaten der US-Armee an und
errichteten dort einen Flugplatz.
Im Jahre 2001 wurde dann das Dokumentationszentrum in der großen
Kongresshalle eingerichtet. Seitdem erhält der Besucher Einblick in
die Geschichte des Nationalsozialismus von seinen Anfängen in der
Weimarer Republik bis zu seinem Niedergang 1945 mit dem Tod Hitlers
und dem damit verbundenen Ende des Zweiten Weltkriegs. Das
Dokumentationszentrum bietet eine Dauerausstellung, die anhand
interessanter Zeugnisse berichtet, wie dieses Regime entstehen und
sich ausbreiten konnte. Der Titel dieser Ausstellung lautet
"Faszination und Gewalt". Besonders wird darauf eingegangen, wie die
Menschen in Nürnberg diese Zeit erlebten und wie die Nazis von ihnen
Besitz ergreifen konnten.
Nürnberg war durch den Reichsparteitag, die Nürnberger Rassegesetze
und später durch den Nürnberger Prozess, bei dem sich die
Nationalsozialisten nach dem Krieg zu verantworten hatten, immer mit
der Geschichte dieser Schreckensherrschaft verbunden. Deshalb gibt
es in Deutschland außer in Berlin keinen besseren Ort sich darüber
zu informieren. Gespräche mit Zeitzeugen und Vorträge bieten einen
noch intensiveren Einblick in diese Zeit.