Da
in Würzburg über 1000 Jahre die Bischöfe als Herzöge zu Franken regierten,
gab es allerlei Privilegien für geistliche Einrichtungen. Kein Wunder also,
dass sich zahlreiche Klöster und Stifte hier angesiedelt haben und bis heute
einige Pfarreien bestehen.
Insgesamt kommt man auf ungefähr 40 Kirchen, je nachdem, ob man auch die
kleineren Kirchlein und Kapellen und die Kirchen der eingemeindeten Orte
mitzählt. So ist Würzburg eine Stadt der Kirchtürme geworden, fast 90 Meter
misst der höchste von Ihnen, der Turm der Universitätskirche oder
"Neubaukirche" wie die Würzburger sagen. Dort soll der Geist wohl am
höchsten fliegen. Der Turm ist schon eine echte Schau, um 1600 in einem
Misch-Stil aus Gotik und Renaissance begonnen und hundert Jahre später mit
barocken Obergeschossen vollendet. Unter Fachleuten ein Spectaculum höchsten
Ranges. Gleich nebenan die in frühgotischen Formen wieder aufgebaute
schlichte Franziskanerkirche, ein schöner Kontrast. Die größte Kirche in
Würzburg ist mit 105 Metern Länge natürlich der Dom. Er wurde 1040 begonnen.
Es muss ein überwältigendes Bauwerk für die Zeitgenossen gewesen sein, die
Stadt bestand aus nicht mehr als hundert meist einstöckigen Holzhäuschen mit
tausend Einwohnern. Überall Schlamm und Dreck, die Schweine liefen durch die
Gassen und ab und zu ein Ritter mit Pferd. Und aus diesem Holzstädtchen
wächst ein Steinbau für 6000 Menschen heraus. Bischof Bruno, der Bauherr,
hatte wohl Angst, dass man sein Projekt nach seinem Tod aus Finanznöten
verkürzen wird, und hat sicherheitshalber an beiden Enden zu bauen
angefangen. Gleich neben dem Dom die im Barock erweiterte und neu
ausgestattete Neumünsterkirche, seit ihrer Renovierung 2008 wieder
wunderschön anzusehen, mit dem Grab des heiligen Kilian. Sehenswert auch die
spätgotische Marienkapelle und die barock/moderne Pfarrkirche Stift Haug,
oder die älteste Kirche St Burkhard, in der auch Ausstattung aus der
Vorkriegszeit überlebt hat.